Partnerübungen im Yoga - für mehr Kontakt und Achtsamkeit °°Yoga°°

Ich liebe es, in meine Stunden Partnerübungen ein zu bauen. Das können gemeinsam ausgeführte Asanas sein genauso wie kleine Massagen oder gegenseitige Hand-Ons. Die Stimmung, die dadurch in der Gruppe und zwischen den Teilnehmern entsteht, ist jedes Mal fantastisch und inspirierend.

Yoga ist ein Weg zu mir selbst und ich lerne, in den Kontakt zu mir zu treten. Durch Partnerübungen bekomme ich aber auch einen Kontakt zu Anderen. Da wir im Yoga achtsam und freundlich üben, sind alle Partnerübungen auch immer freundlich dem anderen gegenüber. Wir wollen uns Gutes tun und können und mit unserem Partner auf eine ganz neue und humorvolle Art und Weise verbinden. Dabei ist es nicht nötig, dass der Yogapartner auch Dein Liebhaber, bester Freund oder enger Verwandter ist. Ich integriere Partnerübungen auch in Stundenkonzepte, bei denen sich die Teilnehmer vorher gar nicht kennen. Es geht doch darum, sich dem anderen zu öffnen und noch mehr Spaß am Yoga und am Sein zu haben. Dabei berühren wir uns und werden berührt - was für eine wunderbare Möglichkeit, Respekt, Achtung und Zuneigung zu lernen und aus zu drücken.

In meinem Donnerstagsmorgenkurs geht es gerade viel um unsere Mitte - Übungen, die uns erden und den Kontakt zu uns selber herstellen helfen uns, in dieser windigen Herbstzeit ausgeglichen zu bleiben. Beim letzten Mal haben wir viel im Stehen gearbeitet und versucht, uns in Balance zu bringen. Als Ausgleich habe ich die folgende Partnermassage mit meinen Teilnehmerinnen durchgeführt:





Partneryoga


Partnerübung: Fußmassage und Balanceübung in einem

Die Teilnehmerinnen sollen sich zu zweit zusammenfinden. Eine darf in der Bauchlage entspannen, Kopf ganz gemütlich auf den Händen oder auf der einen Kopfseite abgelegt. Die andere, gebende Teilnehmerin stellt sich so vor die Füße der Liegenden, dass sie mit dem Rücken zu ihr steht. Die Fersen berühren sich also fast. Nun hebt die Gebende langsam ihre eine Ferse und stellt sich mit dem Fuß so auf den aufgelegten Fuß der Liegenden, dass ihre Zehen noch auf dem Boden stehen, die Ferse aber in der Mitte des Fußes auf dem Längsgewölbe ruht. Keine Angst, das tut der Liegenden nicht weh! Die Gebende stellt nun auch ihren zweiten Fuß in dieser Weise auf den anderen Fuß der Liegenden, so dass sie also "auf" ihren Füßen steht. Zu Beginn der Stunde haben wir im Stehen unsere innere Mitte gefunden, in dem wir unser Gewicht langsam zu den Seiten, nach vorn und nach hinten verlagert haben. Nun verlagert die Gebende das Gewicht ebenfalls von einem auf den anderen Fuß - und die Liegende erhält eine fantastische Massage, die ein angenehmes Gegengefühl für die aus den Standübungen geforderten Füße gibt.

Dabei ist die Massage toll für beide Partner: die Liegende wird verwöhnt, die Gebende spürt nochmal in ihre Mitte und kann sich in die andere ganz abgeben - das muss sie allerdings wirklich zu lassen und es kostet Überwindung. Jeder hat am Anfang Angst, dem anderen den Fuß zu brechen. Aber das passiert nicht, wenn ihr achtsam miteinander umgeht und den Anderen bei Bedarf korrigiert.

Wenn beide kurz nachgespürt haben, wird gewechselt. Danach lohnt es sich, sich aus zu tauschen - bei uns passiert das ganz automatisch, jede will der anderen danken und sagen, wie toll es sich anfühlt. Dabei wabert eine so freundliche Stimmung durch den Raum: wir haben alle das gute Gefühl, jemandem etwas Gutes getan zu haben und sind ganz nebenbei auch noch verwöhnt worden. Die Atmosphäre im Raum verändert sich jedes Mal nach Partnerübungen, es ist, als hätte jemand ein wärmendes Feuer im Kamin angezündet und gleich trinken alle zusammen einen schmackhaften Tee. Völlig ungefährdet können wir nun beisammen sein und gemeinsam und in gutem Kontakt zu uns selber den Tag beginnen.

Kommentare

  1. Hallo Anne!

    Ich war heute auch wieder bei Yoga. Aber Partnerübungen haben wir noch nie gemacht. Klingt spannend!

    Danke für den Tipp!

    lg
    Maria

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